Es ist was es ist!

Es ist was es ist!

Als sie vor der Tür steht, will ich sie nicht reinlassen. Sie war schließlich so lange weg, da konnte sie mir einfach mal gestohlen bleiben. Ich hatte nicht mit ihrer Hartnäckigkeit gerechnet. Die Tür kaum zugeworfen, preschte sie ihren kleinen Fuss in den Türspalt. Zack, war sie drinnen. Ich sah sie erstaunt an. »Hallo, was soll das?« Die LIEBE taxiert mich aufsässig. »Wieso? Was ist denn dein Problem? Ich geh dahin, wo es mir passt. Und bei dir passt es mir eben sehr zurzeit richtig gut.«

Ich komme ja wieder

» Genau das ist das Problem! rufe ich ihr ärgerlich entgegen. Zurzeit!!!! Und was ist, wenn deine Zeit abgelaufen ist. Wenn es dir plötzlich nicht mehr danach ist, bei mir zu sein?

Die LIEBE lächelt. »Hey, du weißt, dass es so läuft, Das ist das Spiel. Ich bin da, wenn es die Zeit ist und ich gehe wieder, wenn ich nicht mehr gebraucht werde. Aber das ist doch auch nicht schlimm. Ich komme ja wieder.«

Ich starre die Liebe an und kann es nicht glauben. Wie kann man nur so ignorant sein, »Also, ich sag dir jetzt mal was, Liebe. Es ist mir ziemlich egal, ob dir gerade danach ist, hier zu sein. Ich will dich nicht hierhaben. Ich finde es so, wie es bei mir ist – ohne dich – sehr angenehm. Also geh!

 

Ich stehe hier wie ein Idiot im Hausflur

Die LIEBE schüttelt langsam mit dem Kopf. »Tut mir leid, den Gefallen tue ich dir nicht. Andere können sich das auch nicht aussuchen. Du bist dran und jetzt nimm mich gefälligst endlich in deine Arme. Ich steh hier wie ein Idiot im Hausflur…, nicht dein Ernst!!«

Die LIEBE dreht sich und ich ahne, sie ist im Begriff mein Zuhause einzunehmen. Entschlossen stelle ich mich ihr in den Weg. »STOP! Ich kann dich einfach nicht reinlassen….mein Puls geht nach oben und ich veruche meinen Ich-renne-zum-Bus-Atem runterzubringen…..

Ich habe Angst!! rufe ich verzweifelt. Jetzt ist es die LIEBE, die ihre Arme weit ausbreitet. »Du bist damit nicht alleine. Ich weiß, dass ich manchmal etwas angsteinflössend sein kann. Aber ich habe auch einen richtig guten Tipp gegen die Angst.«

»Okay, ich höre….« Die LIEBE macht eine bedeutungsschwangere Pause und ich bin fast versucht, sie wegen Hochstapellei wieder in Richung Ausgang zu schieben.

 

#Liebe

»Bleib im Jetzt. Hier bin ich. Und das ist dir sicher, jetzt. Hör auf, nach vorne zu sehen. Niemand weiß, was morgen ist, auch ich nicht. Aber das es jetzt LIEBE ist, das kann ich dir garantieren – sonst wäre ich nicht da.«

Ich sehe die LIEBE an und kann mich dieser entwaffenden Logik nicht entziehen. Und weil ich instinktiv weiß, dass ich gegen die LIEBE sowieso nullkommanull Chance habe, lasse ich mich in ihre Arme fallen. Was soll schon passieren. JETZT erst mal gar nix, ausser LIEBE.

♥ #Liebe

♥ #soundtrackfürdieLiebe:

EINS SEIN – Wilhelmine

ALLES ZU SEINER ZEIT – Clueso

SEVEN DAYS TO LONG – Chuck Woods

WISHING ON A STAR – Paul Weller

Glückliche Tage

Glückliche Tage

Glückliche Tage

 

Jetzt – gerade jetzt -saust er um die Häuser, mit turbulentem Getue. Ich kenne das schon. Viel Wind um nix, denke ich, werfe mir meine dicke Jacke über und springe die Treppenstufen hinunter – raus in den dunklen Abend. Ich werfe die Arme weit von mir und wippe mit den Knien. Jeder Schritt fühlt sich an wie ein kleiner Tanz. Das muss GLÜCK sein, vermute ich..

Stürmische Tage

Ein riesiger Schwall GLÜCK durchströmt mich. Hm, das ist ja was?! Den ganzen Tag komme ich nicht in Schwung und der Schreibtisch macht sich schon lustig über meine offensichtlichen »Ich-tu-mal-so-als-ob-ich-ordentlich-arbeite« Versuche.

Es sind stürmische Tage zurzeit – drinnen und draußen. Der Kopf erzählt den ganzen Tag merkwürdige Geschichten. Irgendwie ist alles ausser Rand und Band. Und warum? Weil das Leben sich von der amüsanten Seite zeigt. Einer Seite, mit der ich schon lange nicht mehr das Vergnügen hatte.

Glückliche Tage

Diese Seite des Lebens erzählt von Frotteehandtüchern und dicken Wolldecken. Und ich? Ich hatte es mir schon ein bisschen gemütlich gemacht in den dicken Decken. Bis ich merkte, dass sie zu dick sind. Zu eng und viel zu schwer. Was also tun mit dem ganzen Federzeug. Raus damit – und am besten lieber wieder mit Wärmflasche ins Bett. Hauptsache, das Leben ist wieder leicht.

Und als ich so draussen durch die Straßen laufe, sehe ich viel blau. GLÜCKLICHE TAGE in Hellblau und mit kristallklarem Himmel. Da kann der Sturm machen was er will – pfeiffen und brausen. Ich laufe und bin glücklich, dass ich den Himmel wieder über mir sehe – HIMMELBLAU.

Der Frühling kann jetzt aufwachen. Ich bin da und weiche keinen Zentimeter weg von den glücklichen Tagen. Hi Frühling – Hi Leichtikgeit – Hi GLÜCK. Ich kanns kaum erwarten, dich wieder fest in meine Arme zu schließen.

#glücklicheTage #HiFrühling

Weihnachtsessen mit Aristoteles

Weihnachtsessen mit Aristoteles

Mein Weihnachtsessen mit Freunden steht vor der Tür. Dieses Jahr wünschte ich mir einen besonderen Menschen an unseren Tisch dazu. Er ist schon sehr alt und auch sehr weise. Sein Name ist Aristoteles. Ich weiß nicht wirklich, ob er Lust hätte, mit mir und meinen Freunden zu essen, aber ich bin mir sicher – Aristoteles würde sich herrlich mit uns amüsieren.

Wahrscheinlich würde er Weihnachten gar nicht verstehen. Er war ja schon nicht mehr lebendig, als Weihnachten die Zeit veränderte. Na ja, egal. Er kommt ja auch gar nicht.

Dachte ich… bis gestern. Heute morgen aber finde ich eine kleine Notiz vom ihm im Briefkasten.

»Danke für die nette Einladung. Kein Problem – ich komme sehr gerne. Bin aber erst um 18 Uhr da. Liebe Grüße! Aristoteles.«

Ich falte den kleinen Papierzettel zusammen und kann es kaum glauben. Er kommt!! Juchuh. Meine Gesichtsfarbe wechselt innerhalb von Sekunden von blass auf frisches Rot. Jetzt gibt es kein Zurück. Der Meister der minimalistischen Philosophie kommt zu mir zu Besuch. Ich denke an mein schlichtes Weihnachtsmenü: Fisch, Kartoffen und Rosenkohl/Brokkolie. Ist das schlicht genug für einen Menschen, der behauptete:

»Ein glücklicher Mensch besitzt nur sich selbst.
Alles andere ist nicht wichtig.«

-Aristotelss-

Ich überlege kurz, gar nichts zu kochen und stattdessen lieber einen Wodka auf den Küchentisch zu stellen. Trinken war doch im alten Rom auch sehr populär. Ausserdem ist alles, was die Zunge löst, sehr willkommen. Wenn ich nervös bin, bringe ich meistens kaum einen vernünftigen Satz heraus.

»Stop, denke ich. Du machst aus einem kleinen Besuch von Aristoteles schon wieder eine Riesenwelle, die doch gar nicht nötig ist.« Also besinne ich mich auf meine 3 W-Fragen für minimalistische Einsätze.

  • Was ist das Wichtigste?  – Meistens hat sich die Frage schnell erledigt: die Menschen 🙂
  • Was habe ich bereits und kann es benutzen?
  • Wie kann ich den Rest einfach halten und improvisieren?

Meine Schultern entspannen sich: Genau Lotte, immerhin geht es bei deinem Gast um einen Menschen, der erkannt hat, dass Liebe und Mäßigkeit das Zeug haben, die Welt zu retten. Ich schreibe Aristoteles also ein paar Zeilen – Er soll wissen, dass er willkommen ist – und verstaue den schlichten Zettel an der gewohnten Stelle im Briefkasten. Ich hole tief Luft: »Aristoteles kommt zu Besuch. Das glaubt mir kein Mensch. Was ziehe ich an? Es sollte schon schlicht sein. Aber auch was mit Personality. Er soll ja schon wissen, dass ich eine coole Braut bin.«

»Puh, Lotte, wie eitel ist das denn??! Gut, dass er das nicht gehört hat.» Hier spricht übrigens dein Verstand, wenigstens einer, der bei diesem ganzen Trubel die Ruhe bewahrt.

»Pfff, ich bin ja auch nur ein Mensch.« denke ich und entscheide mich für Jeans und schwarzen Pulli. Minimalistischer gehts wohl nicht. 🙂

Durch den Hausflur in meine Wohnung stapfend fühle ich eine kleine Nervosität aufkommen. Hoffentlich vermassle ich es nicht. »Denk an die 80/20 Regel« rufe ich mir gedanklich zu. Ich entspanne mich etwas. »Stimmt, 100 Prozent braucht wirklich niemand, erst Recht nicht mein kluger Gast.«

Was essen kluge Philosophen?

In meiner Küche angekommen sehe ich ihn auf der Holzablage liegen. Geduldig wartet er auf seinen großen Einsatz: mein Einkaufszettel. Beim Überfliegen sehe ich, dass meine Weihnachtsplanung einen kleinen Haken hat. Sie ist gedacht für normale Menschen. Nicht für einen Philosophen am Esstisch. Auf meiner Liste steht: 4 x Lachs, Kartoffeln, Brokkoli und Rosenkohl.

Hm, was essen minimalistische Philosophen eigentich? Wohl keine Gans und wahrscheinlich auch kein opulentes Reh. Ich schüttle nachdenklich mit dem Kopf. Ich glaube, ich liege gar nicht so verkehrt mit meinem Fisch/Gemüse-Menü.

Na ja, Menü ist auch etwas übertrieben. Nachtisch oder Vorspeise gibt es Gott sei Dank nicht, alles 100 Prozent im Aristoteles-Modus. Sehr gut.

Draussen fängt es an zu schneien. Wobei »schneien« die fantasievolle Umschreibung von HagelRegen-Tropfen mit irgendwie Weiß-Effekt ist. Was für ein trüber Tag, seufze ich. Bevor ich meinen schweren Gedanken die Tür öffne, schiebt sich meine Vorfreude auf Aristoteles davor.

Fragen an Herrn Aristoteles

Wow, er kommt tatsächlich. Ich schwelge kurz in der Vorstellung, wie meine 3 Freunde und ich und Aristoteles sich am Tisch gegenüber sitzen und gepflegte Konversation halten. »Ne, so nicht, rattert es in meinem Kopf. Wenn er schon mal da ist, werde ich ihm Löcher in seinen dicken antiken Bauch fragen.«

Ich gebe im Kopf die Jagd auf sinnvolle Fragen an Herrn Aristoteles frei. Ich starte ganz chillig mit:

Frage 1

Wenn du schon in der Antike, also 320 Jahre bevor Jesus auf die Welt kam, so unfassbar tolle minimalistische Denkansätze formuliert hast, warum sind wir Menschen dann heute gefühlt noch mal 2350 Jahre davon entfernt, in deinem Sinne zu leben?

Frage 2

Was würdest du als erstes tun, wenn du hier auf der Welt das Sagen hättest?

Frage 3

Gibt es Dinge, die du in deinem Leben bereust?

Frage 4

Liebst du Schokolade?

Diese Frage, Lotte , nehme ich, deine Intelligenz, aus dem Rennen. Streng dich bitte etwas mehr an. Ich meine, hallo!! A.R.I.S.T.O.T.E.L.E.S.!!!

Oki, ich bessere mich 🙂

Frage 5

Hast du eine Idee, wie die Menschen innerhalb kürzester Zeit lernen, das Leben zu lieben? Ich meine, wirklich zu lieben –  mit allen Auf’s und Ab’s. Ich meine, zu schätzen und zu lieben, dass sie leben dürfen? Jetzt…

Frage 6

Findest du auch, dass die Liebe das Wichtigste auf der Welt ist?

»Hier ist wieder deine Intelligenz, Lotte. Also, was soll das? Du weißt ganz genau, dass dieser Spruch von Aristoteles ist«

»Wenn auf der Erde die Liebe herrschte,
wären alle Gesetze entbehrlich«

– Aristoteles –

»Ich weiß, liebe Intelligenz. Ich will doch nur ganz sicher gehen. Weil: Ich finde doch auch, es gibt nichts wichtigers. Aber manchmal steht meine Welt so Kopf, was die Liebe angeht, da brauche ich einfach einen extra schlauen Gedanken. Es könnte ja sein, dass ihm noch ein bisschen mehr einfällt, als das, was er vor 2350 Jahren gedacht hat.

Meine Intelligenz schüttelt den Kopf und sieht mich mit diesem Ich-gebe-auf-Blick an.

Ein Essen mit normalen Menschen

Ich mache eine kleine Pause und sehe mir meinen Fragenkatalog an. Ein kleines bisschen komisch fühle ich mich auf einmal. Ich kann mir lebhaft vorstellen, was Aristoteles von meinen Fragen hält. Wahrscheinlich wollte er sich einfach mal entspannen und einen richtig netten Weihnachtsnachmittag mit normalen Menschen verbringen.

Was ist stattdessen sein Los? Eine Vorzeige-Minimalistin mit Schlaumeier-Brille macht ihm mit nervigen Fragen einen Strich durch die Rechnung. Okay, fasse ich einen Entschluss. So geht es auch nicht. Es muss noch eine andere Möglichkeit geben, um an meine Antworten zu kommen. Dann weiß ich es: Ich lasse ihn komplett in Ruhe. Wir essen nett, er reibt sich anschließend seinen dicken Bauch und gerade dann, wenn er überhaupt nicht mehr mit einem Minimalisten-Angriff rechnet, schiebe ich ihm meine kleinen Fragen in seine Hosentasche. Was soll schon passieren? Im schlimmsten Falle wirft er meine Fragen einfach auf die Straße, sobald er aus dem Haus ist. Vielleicht aber macht er sich die Mühe und schreibt mir seine Antworten. Und es könnte ja auch sein, dass wir dann eine wunderbare Brieffreundschaft aufbauen….

STOP!

Ja, ja, ich weiß, meine alte Spielverderberin – die Intelligenz ist wieder am Start – Diesmal lass ich sie ihre Nase rümpfen. Es ist mir ganz egal, was Vestand und Intelligenz zu meiner neuen Liason mit Aristoteles meinen. Ich finde, wir passen sehr gut zusammen. Ein richtig hübsches minimalistische Weihnachtspaar…

Und falls Aristoteles doch nicht kommt, weil er sich zeitmäßig verplant hat, lege ich an seinen Platz einfach einen seiner alten Schinken. Wir lesen 10 Minuten draus vor und freuen uns über jeden einzelnen Bissen unseres Weihnachtsmahls – so richtig dankbar. So, als wäre es unser erstes Mal nach einer langen Hungerperiode. Ja, und dann halten wir uns unsere Bäuche und freuen uns sehr, dass wir uns lieben. Und, dass Weihnachten ist. Ob mit oder ohne Aristoteles.

♥ Fröhliche Weinachten! 🙂

 

 

 

 

 

 

 

 

Was ist Glück?

Was ist Glück?

Was ist Glück?

 

Als Fan kleiner Glücksmomente bin ich ein willkommenes Opfer für die kleinen Gesten. Die, die ganz fein und lautlos daherkommen. Wie heute morgen, als ich von der Laufrunde zurück zum Fahrrad lief und schon von weitem sah, dass etwas an dem typischen Bild Fahrrad lehnt am Zaun und blaue Regenjacke liegt im Fahrradkorb – nicht stimmte.

Etwas Undefinierbares fiel schon von weitem ins Auge, etwas ganz kleines. Beim Näherkommen erkenne ich es deutlich. Auf meiner blauen Regenjacke im Fahrradkorb liegt eine kleine rosa Blume. Ihr Stiel ist sehr kurz. Die Jackenfalten meiner blauen Regenjacke halten die Blüte trotzdem aufrecht. Stolz reckt sie ihre kleine rosa Blüte nach oben.

Für dich

Für einen kurzen Moment bin ich irritiert, um dann eine Sekunde später ganz genau zu wissen, wie diese kleine Blume ihren Weg in meinen Fahrradkorb gefunden hat. Ich staune, was kleine Gesten veranstalten mit mir. Ich schiebe mein Rad und meine Mundwinkel schieben mit – nach oben. Danke für die Blume, denke ich. Danke, diese kleine Geste einfach zu machen. Hier hat jemand nicht lange überlegt, sondern einfach ein kleines Zeichen gesetzt. Ein Zeichen, dass mir sagt: Diese Blume ist für dich, weil ich dich mag.

 

Was also ist Glück?

Manchmal eine kleine Blume im Fahrradkorb. Und sie zeigt mir wieder einmal: Glück ist nicht, was wir erreichen wollen oder was wir uns den ganzen Tag kaufen.

Glück ist manchmal nur eine kleine Geste, die sagt: 

Für mich bist du toll, so wie du bist. Du verdienst eine Blume.

Der kleine Blechkuchen

Der kleine Blechkuchen

Sonntag, Regen und das Thermometer zeigt 20,5 Grad. Danke, denke ich, damit ist die Tagesplanung von Sonne, Strand und Picknick vom Tisch. Ich mummel mich ein in meine dicke braune Strickjacke, schlürfe an meinem brühheißen Kaffee und starre aus dem Fenster.

Was jetzt? Was, wenn der Tag noch den ganzen Resttag so grau daherkommt, wie er angefangen hat. Ich forste in meinem Kopf nach kleinen Hilfspaketen für einen richtig schönen, glücklichen Sonntag. Und dann hab ichs. Meine Mundwinkel sind plötzlich ganz oben.

Kuchen backen für die Liebsten!

Ich streife meine Küchenschürze über und mache das, was ich gerne an düsteren Tagen mache: Ich backe einen schnellen Obstkuchen vom Blech und dann verteile ich ihn an meine Lieblingsmenschen.

Nicht immer erwische ich alle, dann stelle ich den Kuchen einfach vor die Tür. Und nicht immer sind alle tagesweit in meiner Nähe. Dann packe ich ein oder zwei richtig schöne Stücke ein und verteile sie, wenn ich wieder in Lieblingsmensch-Nähe bin.

Glück ist so einfach.

Und während ich heute kleine Beeren und Apfelstücke auf meinem Blechkuchen verteile, denke ich: Glücklich sein ist gar nicht so schwer!

Schnapp dir ein kleines Stück selbst gebackenen Obstkuchen für deine Liebsten und dann nix wie hin zu ihnen:

klingeln, gespannt und freudig warten, bis sich die Tür öffnet
und dann die Arme ausstrecken und den Obstkuchen direkt unter die Nase halten.

Glücklich sein ist so einfach, denke ich. Oft geht es nicht um das Große, sondern um das Kleine. Eine kleine gebackene Liebeserklärung und schon ist das Herz wieder auf Zack – summt eine zeitlose Melodie von Freundschaft, Geborgenheit und Liebe.

#EinfachBacken #Liebe #Geborgenheit #Blechkuchen

P.S.: Übrigens!
Kommt bald ❤️ Annes und Charlottes Küchengeschichten. Liebe und Kochen – einfach, natürlich, gesund – ohne Zucker und Weizen – mit #annemoldenhauer

 

REZEPT vom kleinen Blechkuchen

 

Das brauchst du

  • 250 Gramm weiche Butter
  • 2 große Esslöffel Honig
  • 5 Eier
  • 200 Gramm Dinkelmehl
  • 200 Gramm Mandeln – fein gemahlen
  • 1 Päckchen Backpulver
  • ca. 100 Milliliter Milch (auch Hafer etc.)
  • Obst zum Belegen für 1 Blech

 

So gehts 

  • Backofen vorheizen (Ober- und Unterhitze 175 Grad)
  • Backblech mit Backpapier belegen.
  • Obst waschen und in kleine Stückchen oder Spalten schneiden.
  • Weiche Butter mit Honig schaumig schlagen.
  • Eier dazurühren
  • In extra Schüssel Mehl mit Mandeln und Backpulver mischen.
  • Im Wechsel Milch und Mehl zum Teig geben.
  • rühren – Achtung: nur kurz: Der Teig darf gerne schwer reißend vom Löffel fallen, evtl sonst noch Schluck Milch dazugeben.
  • Teig auf Blech verteilen und glattstreichen.
  • Obst drauf und fertig.
  • ca. 30 Minuten bei 175 Grad (Ober- Unterhitze) backen (goldbraun).

❤️ Kurz abkühlen lassen, einpacken und mit Kuchen glücklich zu deinen Lieblingsmenschen!

 

Kleine Umwege

Kleine Umwege

Von der Laufrunde in einem Entspannt-Glücklich Modus stelle ich schon mal die Bestandteile des Frühstücks zusammen: Schwarzbrot mit Rührei, nein, doch lieber Obst mit Müsli…An der linken Seite sehe ich ein ganzes Meer von Papablumen, kleine rote Glücksklee-Blumen. Ich denke: Nimm mal eben kurz 2 von denen hier mit, sie blühen einfach gerade so herrlich.

Ich bremse mein Rad ab und mache eine kleine Drehung, um besser an die Blumen zu kommen. Geradewegs zu auf eine Frau. Sie wird langsamer und wirkt etwas wackelig auf ihrem Rad.

Ich sehe sie an, lächele und will mich gerade um sie herumschlängeln, da höre ich: »Entschuldigen Sie, kann ich Sie etwas fragen?« Ich sehe sie aufmerksam an und nicke. »Wissen Sie, wo das Krankenhaus hier in der Nähe ist? Bin ich auf dem richtigen Weg? Muss ich hier gleich rum?«

 

Traurigkeit

Erst jetzt nehme ich die Frau näher in mein Visier: Ende 60 und irgendwie sehr ordentlich angezogen. Meine Großmutter hätte adrett dazu gesagt. blonder Kurzhaarschnitt und mir fällt auf, wie schön sie ist. Nur ihre Gesichtszüge wirken sehr müde und erzählen mir sekundenschnell eine kleine Geschichte von Traurigkeit.

»Nein, sage ich, das ist der falsche Weg. Sie müssen zurück.« Die Frau seufzt. Sie ist erschöpft und ihre kleine Verzweiflung macht sich zwischen unseren Rädern breit. Ich spüre ganz deutlich: Hier geht es um mehr, als um den falschen Weg. »Haben Sie es eilig?« frage ich. Ja, sagt sie und ich fühle ihre Erleichterung über meine Frage. Das Krankenhaus, es ist doch nur bis 12 geöffnet. Jetzt ist es schon fast 11.« Okay, denke ich, zähle eins und eins zusammen und weiß jetzt, hier geht es um etwas Elementares für diese Frau.

 

KOPF UND HERZ

»Das Krankenhaus ist in dieser Richtung, sage ich und zeige mit meiner Hand in die entgegengesetzte Richtung. Sie müssen geradeaus, dann links bis zum Ende und wieder rechts, dann irgendwann kommt die kleine Straße, da ist es nicht mehr zu übersehen.»

Während ich meine Beschreibung auf ihre Nachfragen hin zweimal wiederhole, spricht mein Kopf mit mir. »Was denkst du, wie oft verfährt sich diese Frau, bis sie endlich an ihr Ziel kommt?«

Und als der Kopf gerade Luft holt, um seinen Appell zu wiederholen, meldet sich das Herz.

Mein Herz japst: »Jetzt echt, Lotte, sieh mal hin. Was soll diese olle blöde Beschreibung? Du siehst doch, dass diese Frau fix und fertig ist und den Weg niemals bis 12 Uhr findet.«

 

KLEINE FRAGEN

Noch während die Beiden sich gar nicht mehr einkriegen vor Kampfgeist und Solidarität für die fremde Frau, verabschiede ich mich von meinem Frühstücksplan und höre mich sagen: »Ich bringe Sie kurz, dann kommen sie auf jeden Fall in 20 Minuten an.« Die Frau macht gar keinen Versuch, mein Angebot höflich abzulehnen. Sofort dreht sie Ihr Rad und instruiert mich, lieber vorzufahren.

Wir fahren sehr zügig, ich vor ihr und sie hinter mir. Ab und zu drossle ich das Tempo und stelle ihr kleine Fragen: »Wen besuchen Sie?« »Meinen Mann« »Oh!« Mein Herz und mein Kopf und ich, wir drei sehen die Frau erschrocken an. Die Frau ist stumm.

 

ICH SCHÄME MICH

Ich trete sehr fest in die Pedale und sehe mich um, ob sie mir folgen kann. Sie wirkt sehr entschlossen, hier jetzt keine Schwäche zu zeigen. »Es ist hoffentlich nichts Schlimmes«, rufe ich ihr zu, obwohl ich mir an 3 Fingern abzählen kann, dass es auf jeden Fall etwas schlimmes ist. »Etwas mit der Lunge.» Ich erwidere nichts. »Ziemlich plötzlich….aber bloß nie zum Arzt«

Ihre Stimme wird immer leiser, im Fahrtwind nehme ich sie nur noch mit Mühe wahr. Ich versuche, meine zuversichtlich klingen zu lassen: »Ja, Männer!« Dabei fühle ich mich hilflos und schäme mich, nur eine kleine Floskel zu haben in diesem Moment im Park auf dem Rad vor einer Frau, die auf dem Weg ist zu ihrem schwerkranken Mann ins Krankenhaus.

 

OHREN AUF

Und als ob das noch nicht genug Verzweiflung ist für einen Augenblick, erzählt sie von all den Dingen, die jetzt nicht mehr sind. »Den Garten mussten wir auch aufgeben…« Fast möchte ich mir die Ohren zuhalten, so viel Traurigkeit klatscht von ihr ungebremst auf mich.

Aber dann mache ich meine Ohren weiter auf, als ich es für möglich gehalten hätte ohne Frühstück. Und alles, was diese Frau mir während der Fahrt erzählt, ist der kleine Hinweis vom Leben: dass es endlich ist. Und dass es in seiner Schönheit nicht ewig auf uns wartet – Es wartet nicht auf morgen, nicht auf nächstes Wochenende oder nächstes Jahr.

 

DAS LEBEN IST JETZT

Das Leben ist jetzt. Und egal, wie oft dieser schlichte Satz schon bemüht wurde, um die Oberflächlichkeit nicht voll gelebter Tage in die Schranken zu weisen – er ist es jeden Tag wert, ihn zu wiederholen. Das Leben ist jetzt!

Ich nehme noch mehr Fahrt auf, damit sie so schnell wie möglich da ist, wo sie jetzt sein will: bei ihrem Mann. Wir heizen um die Ecken und endlich kommen wir an einer kleinen Abbiegung an. Die große Straße vor dem Krankenhaus ist zu sehen.

Die Frau und ich bleiben stehen. »Wir sind da« sage ich. »Ich wünsche Ihnen und Ihrem Mann alles Gute« Sie greift zu meiner Hand und ich nehme ihre. In diesem Moment weiß ich, warum dieser kleine Weg kein Umweg war. Die Frau sagt: »Danke! Wenn Sie mich in der Stadt sehen und ich erkenne Sie nicht, bitte sprechen Sie mich an.« Ich lächele sie an. »Ja, das mache ich. Ich bin übrigens Charlotte. Sie hat sich schon umgedreht und nimmt Kurs auf zur großen Straße.

 

Versprochen

Ich wende mein Fahrrad und radele nach Hause. Sehr, sehr schnell. Nach ungefähr 100 Metern bedanke ich mich bei Herz und Kopf. »Gut gemacht!« Beide sind seelig. »Aber eins noch, Ihr Beiden.« Sie sehen mich gespannt an. »Wir werden unser Leben unbedingt mit allen Sinnen genießen, versprochen? Ihr wisst ja, dass auch bei uns eine Zeit kommen wird, in der wir uns von Menschen verabschieden müssen, die wir lieben.« Beide nicken ehrfürchtig.

»Aber bis dahin – das verspreche ich euch!!«, sage ich ganz laut vor mich hin und ich weiß, dass die Beiden mich auf ewig darauf festnageln werden, »bis dahin leben wir ein richtig großartiges Leben! JETZT!!!«